BM: Jede Tür braucht ihren Rahmen

von 6. April 2021Allgemein

BM-Serie zur Vakuumptechnik: Das ist beim Ummanteln mit der Vakuumpresse zu beachten

Jede Tür braucht ihren Rahmen

So wie jeder Topf seinen Deckel braucht, sollten auch Zarge inkl. Rahmen perfekt zur jeweiligen Tür passen. Mit der Vakuumpresse können neben der flächigen Belegung des Türrohlings und des Futterbretts auch gleich die Zierbekleidungen mit dem gleichen Furnier ummantelt werden. Welche Vorbehandlung des Furniers hier die Arbeit erleichtert und wie man die Gefahr von Rissen im Furnier minimiert, erklären wir in diesem Teil unserer Praxisserie rund um die Vakuumtechnik.
STEFAN KATZER

Besitzer einer Vakuumpresse schätzen vor allem die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. So können Flächen mit Furnier oder Schichtstoff belegt werden, Formverleimungen ohne Gegenschablone hergestellt und in Verbindung mit einer Heizung auch Mineralwerkstoffe und Kunststoffe thermoplastisch verformt werden.

Eine weitere interessante Anwendung ist die Ummantelung mit Furnier. Ohne großen Aufwand lassen sich Handläufe, Regalböden mit Rundung oder Profile ummanteln. Beim Ummanteln mit Furnier gibt es einige Tricks, die einem das ein oder andere graue Haar ersparen können. Da Furnier heutzutage nicht mehr so häufig wie früher eingesetzt wird, ist die Lagerung in Bezug auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht in jedem Betrieb ideal. So manches Furnier ist etwas zu trocken gelagert und würde beim Ummanteln um einen engen Radius brechen.

Um hier vorzubeugen und um das Furnier etwas geschmeidiger zu machen, benetzen wir es einige Stunden vor dem Ummanteln unserer Zierbekleidung auf beiden Seiten mit etwas Wasser aus der Sprühflasche.

Nach dem Anfeuchten rollen wir unseren Furnierstapel der Länge nach auf und lagern ihn so aufgerollt in einem runden Eimer. Hier kann überschüssiges Wasser nach unten abtropfen und nach oben verdunsten. Außerdem verteilt sich das Wasser gleichmäßig im kompletten Furnier. Die durch das Aufrollen entstehende Oberflächenspannung in Querrichtung sorgt dafür, dass das Furnier pünktlich zur Ummantelung in der Vakuumpresse sehr eben ist und sich gut um den gewünschten Radius formen lassen wird.

Damit die Membran seitlich nicht so stark am Furnier zieht und dieses evtl. reißt, legen wir eine PE-Folie mit einer Stärke von 0,2 mm über unser Werkstück. Durch die Folie rutscht die Membran besser und zusätzlich schützt sie die Membran vor Leimspuren.

Zu diesem Beitrag gibt es auch ein Video auf BM-TV:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden