BM: Kanta na mera

von 8. Juni 2021Allgemein

BM-Serie zur Vakuumtechnik: Kantenanleimen und Furnieren in der Vakuumpresse

KANTA NA MERA

Die Vakuumpresse ist ein echter Allrounder und in Holz verarbeitenden Betrieben sehr vielseitig einsetzbar. Neben Formverleimungen und Ummantelungen, thermoplastischen Verformungen und dem Sublimieren kann sie noch viel mehr. Der Schreiner/Tischler kann seiner Kreativität freien Lauf lassen und auch ausgefallene Kundenwünsche realisieren. Unsere BM-Serie „Luft raus – Form rein“ endet genau dort, wo auch die Spanplatte aufhört: An der Kante. Wir zeigen, was beim Kantenanleimen in der Vakuumpresse zu beachten ist und geben auch noch ein paar Tipps für das Furnieren.
STEFAN KATZER

Anleimer aus Massivholz kommen unter anderem an Möbeltüren und Tischplatten zum Einsatz. Beim Verleimen mit Schraubzwingen müssen Zulagen verwendet werden, um den Druck besser zu verteilen und Druckstellen zu verhindern. Damit Gehrungen gut geschlossen werden, braucht es Erfahrung, handwerkliches Geschick und vor allem Zeit.

Abhilfe schafft hier die Vakuumpresse. Da der atmosphärische Druck absolut gleichmäßig von allen Seiten wirkt, können auch Kanten auf Gehrung angeleimt werden. Voraussetzung ist, dass die Kante höher als breit ist. Denn bei einem quadratischen Querschnitt würde der Druck die Kante mit exakt dem gleichen Druck auf den Tisch der Vakuumpresse drücken, wie von der Seite an das Werkstück. Weniger Anpressdruck auf die Leimfuge wäre die Folge.

Die plane Arbeitsfläche in der Vakuumpresse bringt mehrere Vorteile: Die Kanten können gleich auf Plattenstärke ausgehobelt werden. Zusätzlich sind die Arbeitsplatten aus HPL-Schichtstoff sehr widerstandsfähig und Leim haftet nicht besonders gut an ihnen. Nach dem Leimvorgang entfällt mit dem Bündighobeln der Anleimer ein Arbeitsschritt. Es ist ausreichend, die Platte in der Breitbandschleifmaschine oder mit dem Exzenterschleifer zu kalibrieren.

Nun kann die Fläche belegt werden. In unserem Fall haben wir passend zur Kante auch ein Furnier aus Esche vorbereitet. Beim Verleimvorgang hilft uns die Physik in der Vakuumpresse nun gleich doppelt: Erstens drückt die Atmosphäre das Furnier absolut gleichmäßig auf unsere Trägerplatte. Und zweitens wird durch das Vakuum der Siedepunkt von Wasser auf bis zu 20 °C gesenkt. Dies beschleunigt den Leimvorgang, und zwar ohne hohen Energieaufwand (nur ca. 0,12 – 0,15 kWh). Da keine Wärme zum Einsatz kommt, wird auch die Gefahr des Verwerfens minimiert. Schnell, nachhaltig, prozesssicher.

Zu diesem Beitrag gibt es auch ein Video auf BM-TV:

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